So ist es heute in der Presse zu hören und zu lesen: Paukenschlag aus Detroit!
Nun, was ist passiert?
General Motors verkauft Opel nicht! Das Geschäft mit Magna kommt nicht zu Stande! Und die Bundesregierung bekam einen Schlag ins Gesicht!
Ein langer Kampf und unendlich langer Verhandlungsmarathon sind nun zu Ende.
Werfen wir einen kurzen Blick auf wichtige Stationen in diesem Kampf!
14.11.2008 Als erster deutscher Autobauer beantragt Opel Staatshilfe. Zu diesem Zeitpunkt steht eine Bürgschaft von mehr als 1 Mrd. Euro im Raum.
31.03.2009 Merkel besucht Opel. Sie verspricht staatliche Unterstützung bei der Investorensuche. Allerdings lehnt sie einen Einstieg des Staates ab.
23.04.2009 Als erster kündigt Fiat Interesse an Opel an. Auf Grund der Erfahrungen in der Vergangenheit lehnt der Betriebsrat von Opel dieses Angebot sofort ab.
28.04.2009 Magna meldet sich. Laut dem Konzept von Magna sollen zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nur 2 600 Stellen gestrichen werden.
12.05.2009 RHJI bekundet Interesse an einer Opel-Übernahme.
19.05.2009 Opel erhält eine Brückenfinanzierung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro.
27.05.2009 Der chinesische Autobauer BAIC interessiert sich für Opel.
29.05.2009 Das Spitzentreffen im Bundeskanzleramt. Fiat sagt seine Teilnahme an diesem Treffen ab und ist damit nicht länger Bieter für Opel. BAIC legt kein detailliertes Angebot vor, und RHJI scheint aus dem Rennen zu sein. So bleibt letztlich nur Magna. Und Magna verlangt eine staatliche Unterstützung in Höhe von 4,5 Mrd. Euro.
30.05.2009 Die Bundesregierung verkündet die Einigung mit Magna. Opel soll nun aus GM herausgelöst werden.
15.06.2009 RHJI legt ein verbessertes Angebot vor. RHJI plant mit Staatsgarantieren von bis zu 3,8 Mrd. Euro.
07.08.2009 Der Verwaltungsrat von GM kann sich nicht auf das Angebot von Magna einigen.
19.08.2009 Bund und Länder beginnen Druck auf GM auszuüben, um eine Entscheidung für Magna zu erzwingen. Die Staatsgarantieren werden nun an Bedingung geknüpft, daß sich GM für Magna entscheidet.
25.08.2009 Erste Meldungen kommen in Umlauf, wonach GM Opel behalten will.
02.09.2009 RHJI bessert ein Angebot erneut nach.
03.09.2009 Der Verdacht, GM wolle Opel behalten erhärtet sich. Politik wie auch Gewerkschaften und Opel- Mitarbeiter regieren darauf sehr ablehnend.
10.09.2009 GM gibt Bekannt, daß der Verwaltungsrat einen Verkauf an Magna empfiehlt.
12.09.2009 Im "Spiegel" erscheint ein Artikel, laut dem Magna in Deutschland mehr Stellen streichen könnte, als ursprünglich geplant. In dem Artikel ist von 4 100 Stellen die Rede.
16.10.2009 Die EU-Kommission äußert ihre Bedenken gegenüber dem Opel-Verkauf an Magna. Es besteht dort der Verdacht, daß die Staatshilfen in Höhe von 4,5 Mrd. Euro nur dann gezahlt werden, wenn Opel an Magna verkauft wird.
26.10.2009 Die EU-Kommission leitet eine kartellrechtliche Prüfung ein, die bis zum 27.11.2009 abgeschlossen sein soll. Gleichzeitig kündigt sie aber auch an, sich dem Verkauf nicht entgegenstellen zu wollen.
03.11.2009 Es wird spekuliert, wer Opel von nun an leiten soll. Die Arbeitnehmervertretungen erzielen mit Magna eine Einigung auf eine Kostensenkung in Höhe von 265 Mio. Euro, auf die die Opelmitarbeiter in ganz Europa nun verzichten werden. Im Gegenzug sollen sie mehr Mitspracherechte erhalten.
04.11.2009 Der Verwaltungrat von GM lehnt den Verkauf von Opel ab.
Was hat zu dieser Entscheidung geführt?
GM ist nach der Insolvenz nicht mehr das gleiche Unternehmen wie vorher. Das hat scheinbar kaum jemand registriert. Wichtig für GM waren vor allem "das verbesserte Geschäftsumfeld" in den USA und Europa, sowie die Technologie, die Opel zu bieten hat. Ein weiterer wichtiger Grund ist der Zugang zum eurpäischen Markt. Dieser Zugang ist ein "wichtiger Bestandteil der globalen Strategie von GM".
Dies sind alles klare, betriebswirtschaftliche Gründe. Allerdings sollte man an dieser Stelle erwähnen, daß einige Mitglieder des Verwaltungsrates von Beginn an gegen einen Verkauf an Magna waren. Und der Grund dafür hat reine persönliche Gründe. Magna hätte die Übernahme von Opel allein nicht bewältigen können. Also holte es sich einen Partner ins Boot. Dieser Partner war die russische Sberbank. Immer wenn Russen im Spiel sind, reagieren Amerikaner gelinde gesagt, skeptisch. Und der Hauptstreitpunkt zwischen GM und Magna war von Anfang an das Rußlandgeschäft. Einige Verwaltungsratsmitglieder lehnten Magna einzig und allein wegen russischer Beteiligung von Beginn an ab. Man traute den Russen einfach nicht.
Offiziell sagen darf man soetwas natürlich nicht. Man braucht objektive, unternehmerische Gründe. Und die genau die hat GM nun geliefert.
Was bedeutet das für die Beschäftigen?
Gesamtbetriebsratschef Franz zog die Zusage, die gestern noch gemacht wurde, gleich wieder zurück. Er befürchtet Werksschließungen und einen massiven Stellenabbau. Tatsache ist, GM kündigte am 04.03.2009 an bei Opel 3 500 Stellen streichen zu wollen.
Stellen werden in jedem Falle gestrichen, und zwar in ganz Europa. Nicht allein in Deutschland. Nach allen Konzepten, die bislang vorlagen, kann man davon ausgehen, daß die Zahl der Stellen in Deutschland zwischen
3 000 und 4 000 liegen wird. Auch eine Werksschließung kann nicht ausgeschlossen werden.
Wie sieht das Konzept von GM aus?
Ein detailliertes Konzept von GM zur Restruktierung liegt bislang nicht vor. Die Meldung sagen derzeit nur, daß die sich die Staatsgarantieren auf ca. 3 Mrd. Euro belaufen sollen. Damit wäre das GM-Konzept für den Steuerzahler das konstengünstigste.
Natürlich verlangt die Bundesregierung nun, daß die bereits gezahlten 1,5 Mrd. Euro zurückgezahlt werden. Dies soll bis Ende des Monats geschehen.
Fazit:
Eine Überraschung ist dieser Paukenschlag nun wirklich nicht. Die Gerüchte, daß GM Opel behalten will, gibt es schon seit Ende August.
Die Entscheidung für Magna fiel in der Politik bereits am 28.04.2009. Und der Grund dafür war ganz einfach: Arbeitsplätze! Magna wollte zu diesem Zeitpunkt lediglich 2 600 Stellen streichen und alle Standorte in Deutschland erhalten. Damit wären in Deutschland weniger Beschäftige entlassen worden, als bei den anderen Bietern. Wirtschaftliche Überlegungen spielten dabei keine Rolle. Das zeigen vor allem die ablehnenden Reaktionen auf die Meinung der beiden Regierungsvertreter im Treuhandrat. Die beiden waren der Meinung, daß ein Verkauf an Magna ein Fehler sei. Sie wurden scharf kritisiert.
Diese vorzeitige Festlegung, vor allem seitens der Länder, machte es am Ende unmöglich einen anderen Bieter zu akzeptieren. Der Druck auf GM wurde weiter erhöht. Am Ende bescherte GM der Regierung sogar noch ein Wahlkampfgeschenk und verkündete, Opel solle an Magna verkauft werden.
Die Quittung dafür bekam die Regierung heute präsentiert: Wie es zu erwarten war, lehnt GM den Verkauf von Opel an Magna ab. Für die Bundesregierung ein absolut gerechtfertigter Schlag ins Gesicht. Man hat sich für die Entwicklung bei GM einfach nicht interessiert. Man hat nicht registriert, daß GM nach der Insolvenz mit GM vor der Insolvenz nicht mehr viel gemein hat.
Gerechtfertigt ist dieser Schlag auch deshalb, weil man politischen Egoismus über wirtschaftliche Vernunft stellte. Bei alledem sollte man nämlich nicht vergessen, daß es Opel ohne GM bereits seit 80 Jahren nicht mehr geben würde.

Nun, was ist passiert?
General Motors verkauft Opel nicht! Das Geschäft mit Magna kommt nicht zu Stande! Und die Bundesregierung bekam einen Schlag ins Gesicht!
Ein langer Kampf und unendlich langer Verhandlungsmarathon sind nun zu Ende.
Werfen wir einen kurzen Blick auf wichtige Stationen in diesem Kampf!
14.11.2008 Als erster deutscher Autobauer beantragt Opel Staatshilfe. Zu diesem Zeitpunkt steht eine Bürgschaft von mehr als 1 Mrd. Euro im Raum.
31.03.2009 Merkel besucht Opel. Sie verspricht staatliche Unterstützung bei der Investorensuche. Allerdings lehnt sie einen Einstieg des Staates ab.
23.04.2009 Als erster kündigt Fiat Interesse an Opel an. Auf Grund der Erfahrungen in der Vergangenheit lehnt der Betriebsrat von Opel dieses Angebot sofort ab.
28.04.2009 Magna meldet sich. Laut dem Konzept von Magna sollen zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nur 2 600 Stellen gestrichen werden.
12.05.2009 RHJI bekundet Interesse an einer Opel-Übernahme.
19.05.2009 Opel erhält eine Brückenfinanzierung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro.
27.05.2009 Der chinesische Autobauer BAIC interessiert sich für Opel.
29.05.2009 Das Spitzentreffen im Bundeskanzleramt. Fiat sagt seine Teilnahme an diesem Treffen ab und ist damit nicht länger Bieter für Opel. BAIC legt kein detailliertes Angebot vor, und RHJI scheint aus dem Rennen zu sein. So bleibt letztlich nur Magna. Und Magna verlangt eine staatliche Unterstützung in Höhe von 4,5 Mrd. Euro.
30.05.2009 Die Bundesregierung verkündet die Einigung mit Magna. Opel soll nun aus GM herausgelöst werden.
15.06.2009 RHJI legt ein verbessertes Angebot vor. RHJI plant mit Staatsgarantieren von bis zu 3,8 Mrd. Euro.
07.08.2009 Der Verwaltungsrat von GM kann sich nicht auf das Angebot von Magna einigen.
19.08.2009 Bund und Länder beginnen Druck auf GM auszuüben, um eine Entscheidung für Magna zu erzwingen. Die Staatsgarantieren werden nun an Bedingung geknüpft, daß sich GM für Magna entscheidet.
25.08.2009 Erste Meldungen kommen in Umlauf, wonach GM Opel behalten will.
02.09.2009 RHJI bessert ein Angebot erneut nach.
03.09.2009 Der Verdacht, GM wolle Opel behalten erhärtet sich. Politik wie auch Gewerkschaften und Opel- Mitarbeiter regieren darauf sehr ablehnend.
10.09.2009 GM gibt Bekannt, daß der Verwaltungsrat einen Verkauf an Magna empfiehlt.
12.09.2009 Im "Spiegel" erscheint ein Artikel, laut dem Magna in Deutschland mehr Stellen streichen könnte, als ursprünglich geplant. In dem Artikel ist von 4 100 Stellen die Rede.
16.10.2009 Die EU-Kommission äußert ihre Bedenken gegenüber dem Opel-Verkauf an Magna. Es besteht dort der Verdacht, daß die Staatshilfen in Höhe von 4,5 Mrd. Euro nur dann gezahlt werden, wenn Opel an Magna verkauft wird.
26.10.2009 Die EU-Kommission leitet eine kartellrechtliche Prüfung ein, die bis zum 27.11.2009 abgeschlossen sein soll. Gleichzeitig kündigt sie aber auch an, sich dem Verkauf nicht entgegenstellen zu wollen.
03.11.2009 Es wird spekuliert, wer Opel von nun an leiten soll. Die Arbeitnehmervertretungen erzielen mit Magna eine Einigung auf eine Kostensenkung in Höhe von 265 Mio. Euro, auf die die Opelmitarbeiter in ganz Europa nun verzichten werden. Im Gegenzug sollen sie mehr Mitspracherechte erhalten.
04.11.2009 Der Verwaltungrat von GM lehnt den Verkauf von Opel ab.
Was hat zu dieser Entscheidung geführt?
GM ist nach der Insolvenz nicht mehr das gleiche Unternehmen wie vorher. Das hat scheinbar kaum jemand registriert. Wichtig für GM waren vor allem "das verbesserte Geschäftsumfeld" in den USA und Europa, sowie die Technologie, die Opel zu bieten hat. Ein weiterer wichtiger Grund ist der Zugang zum eurpäischen Markt. Dieser Zugang ist ein "wichtiger Bestandteil der globalen Strategie von GM".
Dies sind alles klare, betriebswirtschaftliche Gründe. Allerdings sollte man an dieser Stelle erwähnen, daß einige Mitglieder des Verwaltungsrates von Beginn an gegen einen Verkauf an Magna waren. Und der Grund dafür hat reine persönliche Gründe. Magna hätte die Übernahme von Opel allein nicht bewältigen können. Also holte es sich einen Partner ins Boot. Dieser Partner war die russische Sberbank. Immer wenn Russen im Spiel sind, reagieren Amerikaner gelinde gesagt, skeptisch. Und der Hauptstreitpunkt zwischen GM und Magna war von Anfang an das Rußlandgeschäft. Einige Verwaltungsratsmitglieder lehnten Magna einzig und allein wegen russischer Beteiligung von Beginn an ab. Man traute den Russen einfach nicht.
Offiziell sagen darf man soetwas natürlich nicht. Man braucht objektive, unternehmerische Gründe. Und die genau die hat GM nun geliefert.
Was bedeutet das für die Beschäftigen?
Gesamtbetriebsratschef Franz zog die Zusage, die gestern noch gemacht wurde, gleich wieder zurück. Er befürchtet Werksschließungen und einen massiven Stellenabbau. Tatsache ist, GM kündigte am 04.03.2009 an bei Opel 3 500 Stellen streichen zu wollen.
Stellen werden in jedem Falle gestrichen, und zwar in ganz Europa. Nicht allein in Deutschland. Nach allen Konzepten, die bislang vorlagen, kann man davon ausgehen, daß die Zahl der Stellen in Deutschland zwischen
3 000 und 4 000 liegen wird. Auch eine Werksschließung kann nicht ausgeschlossen werden.
Wie sieht das Konzept von GM aus?
Ein detailliertes Konzept von GM zur Restruktierung liegt bislang nicht vor. Die Meldung sagen derzeit nur, daß die sich die Staatsgarantieren auf ca. 3 Mrd. Euro belaufen sollen. Damit wäre das GM-Konzept für den Steuerzahler das konstengünstigste.
Natürlich verlangt die Bundesregierung nun, daß die bereits gezahlten 1,5 Mrd. Euro zurückgezahlt werden. Dies soll bis Ende des Monats geschehen.
Fazit:
Eine Überraschung ist dieser Paukenschlag nun wirklich nicht. Die Gerüchte, daß GM Opel behalten will, gibt es schon seit Ende August.
Die Entscheidung für Magna fiel in der Politik bereits am 28.04.2009. Und der Grund dafür war ganz einfach: Arbeitsplätze! Magna wollte zu diesem Zeitpunkt lediglich 2 600 Stellen streichen und alle Standorte in Deutschland erhalten. Damit wären in Deutschland weniger Beschäftige entlassen worden, als bei den anderen Bietern. Wirtschaftliche Überlegungen spielten dabei keine Rolle. Das zeigen vor allem die ablehnenden Reaktionen auf die Meinung der beiden Regierungsvertreter im Treuhandrat. Die beiden waren der Meinung, daß ein Verkauf an Magna ein Fehler sei. Sie wurden scharf kritisiert.
Diese vorzeitige Festlegung, vor allem seitens der Länder, machte es am Ende unmöglich einen anderen Bieter zu akzeptieren. Der Druck auf GM wurde weiter erhöht. Am Ende bescherte GM der Regierung sogar noch ein Wahlkampfgeschenk und verkündete, Opel solle an Magna verkauft werden.
Die Quittung dafür bekam die Regierung heute präsentiert: Wie es zu erwarten war, lehnt GM den Verkauf von Opel an Magna ab. Für die Bundesregierung ein absolut gerechtfertigter Schlag ins Gesicht. Man hat sich für die Entwicklung bei GM einfach nicht interessiert. Man hat nicht registriert, daß GM nach der Insolvenz mit GM vor der Insolvenz nicht mehr viel gemein hat.
Gerechtfertigt ist dieser Schlag auch deshalb, weil man politischen Egoismus über wirtschaftliche Vernunft stellte. Bei alledem sollte man nämlich nicht vergessen, daß es Opel ohne GM bereits seit 80 Jahren nicht mehr geben würde.
