NRW hat gewählt. Hier noch einmal das amtliche Endergebnis. Die Zahlen stammen von infratest-dimap.

Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Der klare Verlierer dieser Wahl ist die CDU. Sie hat über 10 %-Punkte verloren. Die SPD feierte sich zwar als Gewinner, aber ein Verlust von 2,6 %-Punkten ist kein Grund für einen Sieg. Ohnehin sollte man dieser Stelle einmal erwähnen, daß die SPD bei der Wahl 1985 52,1 % erreichte und seitdem stetig verloren hat. Die eigentlichen Gewinner dieser Wahl sind die Grünen, die ihr Ergebnis fast verdoppelt haben.
Werfen wir einen kurzen Blick auf die Zusammensetzung der Wählerschaft. Ich will mich dabei nur auf die größten Wählergruppen der einzelnen Parteien dominieren:
CDU: Über 60jährige (44 %), Rentner (43 %), Frauen (36 %)
SPD: Über 60jährige (39 %), Arbeiter (41 %), Erstwähler (30 %), Männer (35 %)
Grüne: 18-24jährige, sowie 35-44jährige (jeweils 17 %), Angestellte (16 %)
FDP: 25-34jährige (9 %), Selbständige (14 %)
Linke: 45-59jährige (7 %), Arbeitslose (15 %)
Erwähnen sollte man vielleicht noch, daß die Union vor allem in Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit, niedrigem Ausländeranteil, starkem Bevölkerungswachstum und katholischer Prägung punkten konnte. Sie konnte vor allem in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, hohen Ausländeranteil, starkem Bevölkerungsrückgang und protestantischer Prägung punkten.
Was waren die wahlentscheidenden Themen?

Bei den kurzentschlossenen Wählern, also jenen, die erst einen Tag vor der Wahl oder gar erst am Wahltag selbst ihre Entscheidung fällten gibt es einen kleinen Unterschied. Bei ihnen lag die Bildung mit 29 % vor der Wirtschaft mit 28 %.
Wahlentscheidend war für 53 % der Wähler das Programm der jeweiligen Parteien.
Da nun viele gemutmaßt haben, die Griechenland-Krise sei für den Verlust der CDU verantwortlich, werfen wir einen Blick darauf, was die Wähler zu diesem Thema sagen:

Auch wenn 52 % das Griechenland-Thema für wichtig bzw. sehr wichtig halten, stehen dem immerhin noch 47 % gegenüber, für die das Thema unwichtig war. Ob Griechenland nun wirklich für das schlechte Abschneiden der Union verantwortlich ist, läßt sich nicht eindeutig sagen. Denn immerhin sagten 53 % der Wähler, es sei richtig Griechenland mit Krediten zu helfen.
Werfen wir einen Blick darauf, wie zufrieden die Westphalen mit ihrer letzten schwarz-gelben Landesregierung waren:

Man könnte ja nun meinen, dies sei eine Momentaufnahme. Aber weit gefehlt. Wenn man sich die letzten 5 Jahre ansieht, so war die Mehrheit immer unzufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Gelb. Gleichwohl scheinen die die Westphalen deutlich zwischen der Arbeit der Landesregierung und ihres Ministerpräsidenten zu trennen. Mit der Arbeit von Rüttgers sind nämlich 52 % zufrieden.
Das Wahlergebnis selbst stellt für die Parteien jedoch ein Problem dar. Für die Regierungsmehrheit braucht eine Koalition 91 Sitze. Jetzt sehen wir uns einmal die Sitzverteilung der einzelnen Koalitionen an:
Rot-Grün: 90 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Rot-Gelb: 80 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Grün: 90 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Gelb: 80 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Rot: 134, mathematisch möglich. Unter allen Koalitionen im Moment am wahrscheinlichsten.
Jamaika: 103 sitze, eher unwahrscheinlich, da die Grünen mit Rüttgers nicht zusammenarbeiten werden.
Ampel: 103 Sitze, wurde nun von der FDP nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber schwer umsetzbar.
Rot-Rot-Grün: 101 Sitze, eher unwahrscheinlich, auf Grund der Vorbehalte der Grünen gegen die Linke.
Welche Koalition hätten die Westphalen am liebsten?

Auch wenn Rot-Grün auf Platz liegt, fehlt dazu einfach 1 Sitz. Daher ist Rot-Grün nicht machbar. Hier sind noch zwei weitere Zahlen interessant. Auf die Frage, wer die nächste Landesregierung führen soll, antworteten sprachen sind 45 % für die SPD und 40 % für die CDU aus. Und 66 % wollen, daß ein Bündnis mit der Linken grundsätzlich ausgeschlossen wird.
Es ergibt sich dabei nun auch die Frage nach dem Ministerpräsidenten.
Wenn die Westphalen den Ministerpräsidenten direkt hätten wählen können, so hätten sich 45 % für Kraft von der SPD ausgesprochen, für Rüttgers hingegen 41 %. Bemerkenswert daran ist, daß bei Wahl 2005 bei einer Direktwahl 51 % Steinbrück, aber nur 36 % Rüttgers gewählt hätten. Die Spendenpraxis der CDU in NRW, welche unter anderen vorsah, da man ein Interview mit Rüttgers gegen Bezahlung erhalten konnte, hat sicherlich dazu geführt, daß ihn 67 % für unglaubwürdig halten.
Fazit:
Was wurde im Vorfeld dieser Wahl nicht alles orakelt und prophezeit, und welch hohe Bedeutung hat man dieser Wahl zugemesse. Von bundespolitischer Bedeutung sollte sie sein. Wie maßlos überzogen!
An dieser Stelle muß man eines festhalten: Diese Wahl war nichts anderes als die Fortsetzung einer Serie, die nach der Bundestagswahl 2005 an den Start ging und mittlerweile 14 Teile umfaßt. Jeder Teil dieser Serie umfaßt 3 Themen:
1. Die CDU verliert immer. Bei 4 Wahlen sogar im 2stelligen Bereich.
2. Die SPD kann davon nicht profitieren.
3. Die Wahlbeteiligung war bei 11 Wahlen geringer als bei der Wahl zuvor. Bei den Wahlen in Thüringen und Bayern 09 gab war nur geringer als bei der Wahl zuvor. Bei der Wahl im Saarland 09 ist die hohe Wahlbeteiligung auf Lafontaine zurückzuführen.
Auch sollte man dabei eine Gesetzmäßigkeit der Landtagwahlen nicht vergessen. Die erste Landtagswahl nach einer Bundestagswahl haben die Regierungsparteien im Bund schon immer verloren.
Der klare Verlierer ist die CDU. Am Wahlabend trat Jürgen Rüttgers vor die Kameras und verkündete, er würde dafür die volle politische Verantwortung übernehmen. Wie ernst es ihm damit war, konnte man bereits am nächsten Tag erleben. Eigentlich hätte er in diesem Falle nämlich zurücktreten müssen. Getan hat er es aber nicht. Somit hat er diese berühmte "politische Verantwortung" nicht nur nicht übernommen, er hat quasi als nicht existent dargestellt.
Das die Mehrheit der Westphalen mit diesem Ergebnis nicht zufrieden ist, liegt vor allem an der nun schwierigen Regierungsbildung. Der gewünschten rot-grünen Koalition fehlt nämlich ein Sitz für die nötige Mehrheit. Sollte Hannelore Kraft tatsächlich ein Bündnis mit der Linken wagen, muß sie damit rechnen, von den Wählern bestraft zu werden. Die große Mehrheit der Wähler ist nämlich strikt dagegen. Am wahrscheinlichsten ist daher die Ampel oder die Große Koalition. Letzteres würde allerdings voraussetzen, daß Rüttgers auf den Posten als Ministerpräsident verzichtet, da die SPD unbedingt diesen Posten haben will.
Die Bedeutung für den Bund ist nicht größer oder kleiner als die jeder anderen Landtagswahl. Schwarz-Gelb hat im Bundesrat keine Mehrheit mehr. Aber auch hier muß man sagen, unterschiedliche Mehrheiten in den beiden Kammern sind die Regel und nicht die Ausnahme. So wird nach rund 5 Jahren Pause der Vermittlungsausschuß wieder Arbeit bekommen. Und nun ist auch endlich offiziell klar, welche Projekte Schwarz-Gelb nicht umsetzen wird, obwohl das inoffiziell ohnehin schon jeder wußte. Den Steuersenkungsfantasien der FDP erteilte Merkel diese Woche bereits eine Absage. Auch sollte man sagen, daß die Strategie von Merkel, nichts zu tun, nicht zu regieren, um der eigenen Partei in NRW nicht zu schaden, nicht aufgegangen ist. Die Wähler haben dieses Verhalten durchschaut. Da man nun keiner Partei mehr schaden kann, wird nun nach und nach die große Streichliste verkündet, über deren Inhalt auch schon seit Monaten jeder spekuliert. Der erste, der sich aus dem Fenster lehnte war diese Woche Roland Koch, der Kürzungen bei Bildung und Kindergärten vorschlug.
Da nun offensichtliche wesentliche Projekte von Schwarz-Gelb im zur Disposition stehen, orakeln sogar schon einige das Ende dieser Koalition. Das wird aber auch nicht passieren. Dennoch muß man an dieser Stelle sagen, daß sich Schwarz-Gelb im letzten Jahr keinen Gefallen getan hat mit einem so schwammig formulierten Koalitionsvertrag. Im Prinzip müßte er noch einmal komplett neu verfaßt werden. Auch sollte man nicht vergessen, daß ein Koalitionsvertrag nicht in Stein gemeißelt ist. Bislang gab es noch nicht einen einzigen Koalitionsvertrag, der zu 100 % umgesetzt wurde. Und das lag meistens nicht an unterschiedlichen Mehrheiten in den Kammern, sondern an der Uneinigkeit der Koalitionäre, wenn es um die Details ging.


Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Der klare Verlierer dieser Wahl ist die CDU. Sie hat über 10 %-Punkte verloren. Die SPD feierte sich zwar als Gewinner, aber ein Verlust von 2,6 %-Punkten ist kein Grund für einen Sieg. Ohnehin sollte man dieser Stelle einmal erwähnen, daß die SPD bei der Wahl 1985 52,1 % erreichte und seitdem stetig verloren hat. Die eigentlichen Gewinner dieser Wahl sind die Grünen, die ihr Ergebnis fast verdoppelt haben.
Werfen wir einen kurzen Blick auf die Zusammensetzung der Wählerschaft. Ich will mich dabei nur auf die größten Wählergruppen der einzelnen Parteien dominieren:
CDU: Über 60jährige (44 %), Rentner (43 %), Frauen (36 %)
SPD: Über 60jährige (39 %), Arbeiter (41 %), Erstwähler (30 %), Männer (35 %)
Grüne: 18-24jährige, sowie 35-44jährige (jeweils 17 %), Angestellte (16 %)
FDP: 25-34jährige (9 %), Selbständige (14 %)
Linke: 45-59jährige (7 %), Arbeitslose (15 %)
Erwähnen sollte man vielleicht noch, daß die Union vor allem in Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit, niedrigem Ausländeranteil, starkem Bevölkerungswachstum und katholischer Prägung punkten konnte. Sie konnte vor allem in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, hohen Ausländeranteil, starkem Bevölkerungsrückgang und protestantischer Prägung punkten.
Was waren die wahlentscheidenden Themen?

Bei den kurzentschlossenen Wählern, also jenen, die erst einen Tag vor der Wahl oder gar erst am Wahltag selbst ihre Entscheidung fällten gibt es einen kleinen Unterschied. Bei ihnen lag die Bildung mit 29 % vor der Wirtschaft mit 28 %.
Wahlentscheidend war für 53 % der Wähler das Programm der jeweiligen Parteien.
Da nun viele gemutmaßt haben, die Griechenland-Krise sei für den Verlust der CDU verantwortlich, werfen wir einen Blick darauf, was die Wähler zu diesem Thema sagen:

Auch wenn 52 % das Griechenland-Thema für wichtig bzw. sehr wichtig halten, stehen dem immerhin noch 47 % gegenüber, für die das Thema unwichtig war. Ob Griechenland nun wirklich für das schlechte Abschneiden der Union verantwortlich ist, läßt sich nicht eindeutig sagen. Denn immerhin sagten 53 % der Wähler, es sei richtig Griechenland mit Krediten zu helfen.
Werfen wir einen Blick darauf, wie zufrieden die Westphalen mit ihrer letzten schwarz-gelben Landesregierung waren:

Man könnte ja nun meinen, dies sei eine Momentaufnahme. Aber weit gefehlt. Wenn man sich die letzten 5 Jahre ansieht, so war die Mehrheit immer unzufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Gelb. Gleichwohl scheinen die die Westphalen deutlich zwischen der Arbeit der Landesregierung und ihres Ministerpräsidenten zu trennen. Mit der Arbeit von Rüttgers sind nämlich 52 % zufrieden.
Das Wahlergebnis selbst stellt für die Parteien jedoch ein Problem dar. Für die Regierungsmehrheit braucht eine Koalition 91 Sitze. Jetzt sehen wir uns einmal die Sitzverteilung der einzelnen Koalitionen an:
Rot-Grün: 90 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Rot-Gelb: 80 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Grün: 90 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Gelb: 80 Sitze, daher mathematisch nicht möglich.
Schwarz-Rot: 134, mathematisch möglich. Unter allen Koalitionen im Moment am wahrscheinlichsten.
Jamaika: 103 sitze, eher unwahrscheinlich, da die Grünen mit Rüttgers nicht zusammenarbeiten werden.
Ampel: 103 Sitze, wurde nun von der FDP nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber schwer umsetzbar.
Rot-Rot-Grün: 101 Sitze, eher unwahrscheinlich, auf Grund der Vorbehalte der Grünen gegen die Linke.
Welche Koalition hätten die Westphalen am liebsten?

Auch wenn Rot-Grün auf Platz liegt, fehlt dazu einfach 1 Sitz. Daher ist Rot-Grün nicht machbar. Hier sind noch zwei weitere Zahlen interessant. Auf die Frage, wer die nächste Landesregierung führen soll, antworteten sprachen sind 45 % für die SPD und 40 % für die CDU aus. Und 66 % wollen, daß ein Bündnis mit der Linken grundsätzlich ausgeschlossen wird.
Es ergibt sich dabei nun auch die Frage nach dem Ministerpräsidenten.
Wenn die Westphalen den Ministerpräsidenten direkt hätten wählen können, so hätten sich 45 % für Kraft von der SPD ausgesprochen, für Rüttgers hingegen 41 %. Bemerkenswert daran ist, daß bei Wahl 2005 bei einer Direktwahl 51 % Steinbrück, aber nur 36 % Rüttgers gewählt hätten. Die Spendenpraxis der CDU in NRW, welche unter anderen vorsah, da man ein Interview mit Rüttgers gegen Bezahlung erhalten konnte, hat sicherlich dazu geführt, daß ihn 67 % für unglaubwürdig halten.
Fazit:
Was wurde im Vorfeld dieser Wahl nicht alles orakelt und prophezeit, und welch hohe Bedeutung hat man dieser Wahl zugemesse. Von bundespolitischer Bedeutung sollte sie sein. Wie maßlos überzogen!
An dieser Stelle muß man eines festhalten: Diese Wahl war nichts anderes als die Fortsetzung einer Serie, die nach der Bundestagswahl 2005 an den Start ging und mittlerweile 14 Teile umfaßt. Jeder Teil dieser Serie umfaßt 3 Themen:
1. Die CDU verliert immer. Bei 4 Wahlen sogar im 2stelligen Bereich.
2. Die SPD kann davon nicht profitieren.
3. Die Wahlbeteiligung war bei 11 Wahlen geringer als bei der Wahl zuvor. Bei den Wahlen in Thüringen und Bayern 09 gab war nur geringer als bei der Wahl zuvor. Bei der Wahl im Saarland 09 ist die hohe Wahlbeteiligung auf Lafontaine zurückzuführen.
Auch sollte man dabei eine Gesetzmäßigkeit der Landtagwahlen nicht vergessen. Die erste Landtagswahl nach einer Bundestagswahl haben die Regierungsparteien im Bund schon immer verloren.
Der klare Verlierer ist die CDU. Am Wahlabend trat Jürgen Rüttgers vor die Kameras und verkündete, er würde dafür die volle politische Verantwortung übernehmen. Wie ernst es ihm damit war, konnte man bereits am nächsten Tag erleben. Eigentlich hätte er in diesem Falle nämlich zurücktreten müssen. Getan hat er es aber nicht. Somit hat er diese berühmte "politische Verantwortung" nicht nur nicht übernommen, er hat quasi als nicht existent dargestellt.
Das die Mehrheit der Westphalen mit diesem Ergebnis nicht zufrieden ist, liegt vor allem an der nun schwierigen Regierungsbildung. Der gewünschten rot-grünen Koalition fehlt nämlich ein Sitz für die nötige Mehrheit. Sollte Hannelore Kraft tatsächlich ein Bündnis mit der Linken wagen, muß sie damit rechnen, von den Wählern bestraft zu werden. Die große Mehrheit der Wähler ist nämlich strikt dagegen. Am wahrscheinlichsten ist daher die Ampel oder die Große Koalition. Letzteres würde allerdings voraussetzen, daß Rüttgers auf den Posten als Ministerpräsident verzichtet, da die SPD unbedingt diesen Posten haben will.
Die Bedeutung für den Bund ist nicht größer oder kleiner als die jeder anderen Landtagswahl. Schwarz-Gelb hat im Bundesrat keine Mehrheit mehr. Aber auch hier muß man sagen, unterschiedliche Mehrheiten in den beiden Kammern sind die Regel und nicht die Ausnahme. So wird nach rund 5 Jahren Pause der Vermittlungsausschuß wieder Arbeit bekommen. Und nun ist auch endlich offiziell klar, welche Projekte Schwarz-Gelb nicht umsetzen wird, obwohl das inoffiziell ohnehin schon jeder wußte. Den Steuersenkungsfantasien der FDP erteilte Merkel diese Woche bereits eine Absage. Auch sollte man sagen, daß die Strategie von Merkel, nichts zu tun, nicht zu regieren, um der eigenen Partei in NRW nicht zu schaden, nicht aufgegangen ist. Die Wähler haben dieses Verhalten durchschaut. Da man nun keiner Partei mehr schaden kann, wird nun nach und nach die große Streichliste verkündet, über deren Inhalt auch schon seit Monaten jeder spekuliert. Der erste, der sich aus dem Fenster lehnte war diese Woche Roland Koch, der Kürzungen bei Bildung und Kindergärten vorschlug.
Da nun offensichtliche wesentliche Projekte von Schwarz-Gelb im zur Disposition stehen, orakeln sogar schon einige das Ende dieser Koalition. Das wird aber auch nicht passieren. Dennoch muß man an dieser Stelle sagen, daß sich Schwarz-Gelb im letzten Jahr keinen Gefallen getan hat mit einem so schwammig formulierten Koalitionsvertrag. Im Prinzip müßte er noch einmal komplett neu verfaßt werden. Auch sollte man nicht vergessen, daß ein Koalitionsvertrag nicht in Stein gemeißelt ist. Bislang gab es noch nicht einen einzigen Koalitionsvertrag, der zu 100 % umgesetzt wurde. Und das lag meistens nicht an unterschiedlichen Mehrheiten in den Kammern, sondern an der Uneinigkeit der Koalitionäre, wenn es um die Details ging.





