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Mittwoch, 17. Juni 2009

Umfragewerte für Juni 09

Heute will ich mich einmal der aktuellen Sonntagsfrage für den Monat Juli widmen. Die Daten stammen von infratest-dimap.
Auffällig ist, daß es einen Austauch zwischen Union und SPD gab. Die Union hat im gleichen Maße gewonne, wir die SPD verloren hat. Eine Aussage über die Wählerwanderung kann hier dadurch natürlich nicht getroffen werden. Aber dadurch erreicht Schwarz/Gelb wieder die 50 % Marke und liegt damit klar vor Rot/Rot/Grün mit 47 %.
Die Sonntagsumfage für den Osten ist nicht wirklich überraschend. Die Linke (ehemals PDS) war im Osten schon immer am stärksten vertreten. Das sie dort vor der SPD liegt ist auch keine Seltenheit.














Auf die Frage, wen die Deutschen lieber zum Kanzler wählen würden, war die Mehrheit für Merkel. Das überrascht auch nicht wirklich. Merkel lag bislang immer vor Steinmeier. Bemerkenswert ist allerdings, daß sich der Abstand in nur knapp 2 Wochen stark vergrößert hat. Lag Merkel Anfang des Monats noch bei 55 % und Steinmeier bei 33 %, hat sich das Mitte Juni um plus-minus 5 % verändert. Steinmeier konnte mir seinem Auftreten als Arbeitsplatzretter offenbar nicht punkten. Scheinbar haben dies die Bürger als Wahlkampftaktik durchschaut.
63 % der Bürger sind mit der Arbeit von Steinmeierzufrieden. Das steht nicht unbedingt im Gegensatz zur Kanzlerfrage. Es zeigt, daß die Bürger sehr wohl zwischen Außerminister und Kanzlerkandidat unterscheiden können. Und mit seiner Arbeit als Außenminister ist die Mehrheit zufrieden. Augenmerk sollte bei dieser Umfrage auf zu Guttenberg gelegt werden. Sein Wert war vor einem noch um 10 Punkte niedriger. Man kann vermuten, daß dies mit Opel zusammenhängt. Erinnern wir uns: 45 % waren gegen die Rettung von Opel. Zu Guttenberg hat von Beginn eine Insolvenz von Opel nicht ausgeschlossen. Das hat ihm zum Image des "Retters von Steuergeldern" verholfen.Sehen wir uns dazu ein paar andere Zahlen an:
In allen drei Kategorien bekommt der zurvor kaum bekannte Karl Theodor Freiherr zu Gutenberg und jetzige Wirtschaftsminister durchweg gute Zensuren. Es scheint, als sei er der neue Star in der Union. Auffällig ist auch, daß Steinbrück in allen drei Kategorien besser abschneidet als Steinmeier. Nur leider ist es für einen Kandidatenwechsel jetzt zu spät.
Das Ergebnis hier ist nicht wirklich überraschend. Das 60 % der Deutschen mit der Arbeit dieser Regierung unzufrieden sind spiegelt auch die Europawahl eine Woche zuvor wieder. Die Regierungsparteien haben stimmen verloren. Die Union sogar noch sehr viel stärker als die SPD. (Europawahl-Link). Das die Unzufriedenheit unter den Anhängern der Oppositionsparteien stärker ausgeprägt ist, ist nur natürlich. Es gehört zur politischen Normalität, daß eine Oppisition eine Regierung in Grund und Boden kritisiert, ob berechtigt oder nicht. Das schlägt sich selbstverständlich auch auf die Anhänger jener Parteien durch.

Nach der Europawahl feierten sich Union und FDP natürlich wieder als Sieger. Laut Westerwelle war das Ergebnis ein "empfindlicher Rückenwind" für die Bundestagswahl. Das eine Partei ein Ergebnis so auslegt, daß es ihr am besten ins politische Kalkül paßt, ist Bestandteil der politischen Spielregeln. Allerdings liegt Westerwelle mit seiner Einschätzung sehr daneben. Das zeigen diese Zahlen. 38 % sagen, die Bundestagwahl wäre zu Gunsten von Union und FDP bereits entschieden. Das ist keine Mehrheit. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, daß die EU-Wahl nichts über die Bundestagswahl aussagt. Ich weiß nicht, in welche Kristallkugel Westerwelle geblickt hat, aber entweder waren die Batterien dieser Kugel bereits zu schwach, oder er vergaß seine Brille aufzusetzen.

Es zeigt sich in folgenden Zahlen:
71 % sind ganz sicher, daß sie an der Bundestagswahl teilnehmen werden. Aber nur 41 % gaben an, daß sehr sicher sind, wen sie wählen. Hier ist vielleicht noch eine Zahl aus der Europawahl interessant. 23 % gaben an ihre Entscheidung erst am Wahltag getroffen zu haben. 20 % sagten, sie hätten ihre Entscheidung erst in den letzten Tagen vor der Wahl getroffen. Das ist ein Trend, der schon seit längerer Zeit anhält und sich immer weiter verstärkt. Die Wahlentscheidung wird immer später getroffen. Das macht es schwer eine Prognose für eine Wahl abzugeben.

Es wurde auch zum Theme Kaufhäuser befragt.Ich möchte die Aufmerksamkeit einmal auf die beiden letzten Fragen werfen. Heute gehen gerade einmal noch 32 % der Bürger häufig in Kaufhäusern einkaufen. Davon gehen gerade mal noch 51 % gerne in ein Kaufhaus. Das zeigt sehr schön, daß das derzeitige Konzept des Kaufhauses nicht mehr in die heutige Zeit paßt. Wenn die Kaufhäuser ihr Konzept nicht überarbeiten, wird es sie früher oder später nicht mehr geben.

Fazit:
Die Sonntagsumfrage für den Juni 09 hat nur zwei Überraschungen zu Tage gefördert:
1. Freiherr zu Gutenberg ist der neue Star der Union.
2. Käufhäuser sind mit ihrem derzeitigen Konzept unattraktiv geworden.