Dienstag, 1. September 2009

Landtagswahl Sachsen

Hier nun die Wahlergebnisse aus Sachsen:

Klarer Gewinner in Sachsen ist die FDP. Sie kann den höchsten Zuwachs verzeichnen. Union, Linke und (glücklicherweise) NPD haben an Stimmen verloren. Nur leichte Zuwächse kann die SPD vorweisen.

Es ergibt sich daraus folgende Sitzverteilung:

Der sächsische Landtag umfaßt insgesamt 132 Sitze. Für eine Regierungsmehrheit braucht man also 67 Sitze. Betrachten wir dazu nun alle möglichen Koalitionen:
Große Koalition: 72 Sitze, möglich, aber mehr als unwahrscheinlich
Schwarz/Gelb: 72 Sitze, möglich und am wahrscheinlichsten, da Tillich bereits vor der Wahl bekannt gab, am liebsten mit der FDP koalieren zu wollen.
Rot/Grün: 23 Sitze, daher nicht möglich
Ampel: 37 Sitze, daher nicht möglich
Jamaika: 81 Sitze, möglich, aber unwahrscheinlich, da Schwarz/Gelb, also die Wunschkoalition von Tillich, bereits eine ausreichende Mehrheit hat.
Rot/Rot/Grün: 52 Sitze, daher nicht möglich

Aber welche Koalition würden sich die Sachsen selbst wünschen?

Vorne liegt bei den Sachsen Schwarz/Gelb. Aber 31 % sind nicht die Mehrheit und der Vorsprung zu Schwarz/Rot ist mit lediglich 4 % so groß auch nicht.

Was sahen die Sachsen als wichtigste Probleme an?


Das die Arbeitslosigkeit bei den Sachsen ganz oben rangiert ist nicht verwunderlicher, wenn man bedenkt, daß die aktuelle Arbeitslosenquote in Sachsen im Moment bei 12,9 % liegt. Bildung ist ein Problem, daß von den Bürgern in ausnahmslos allen Bundesländern angegeben wird. Das Wirtschaftspolitik ist der momentanen Wirtschaftskrise geschuldet.

Wie ist es bei Sachsen um die Parteikompetenz bestellt?



Die Union ist traditionsgemäß die Partei der Wirtschaft, die SPD die Partei des Sozialen. Es wundert daher nicht, daß die Union im Bereich der Wirtschaft klar vor der SPD liegt, während die SPD in Bereich soziale Gerechtigkeit und Lohnpolitik die Nase vorn hat. Das hier die Jahresangabe 2009 steht kommt nicht von ungefähr. Im Jahre 2004 sahen die Zahlen nämlich noch ein wenig anders aus. Bei der Wahl 2004 kam die CDU im Bereich Wirtschaft noch auf 68 %, im Bereich soziale Gerechtigkeit auf 26 % und lag damit sogar noch vor der SPD, die damals in diesem Kompetenzfeld auf lediglich 17 % kam. Auch wenn immer noch 56 % der Meinung sind, die CDU sei im Bereich Wirtschaft kompetenter als die SPD, sollte sie der Verlust von 12 % schmerzen.

Auch auf die Frage, wer in Sachsen für soziale Gerechtigkeit sorgen kann, sind 28 % der Meinung, die SPD sei dazu in der Lage. Für die CDU votierten in dieser Frage 22 %. Für die Linke votierten in dieser Frage 24 %.

Warum hat die NPD erneut den Sprung über die 5 %-Hürde geschafft?

Sehen wir uns dazu einmal zwei Fragestellungen an:


Diese Zahlen legen nahe, daß die NPD vor allem von Protestwählern gewählt wird. Allerdings sollte man mit dieser Vermutung ein wenig vorsichtig sein. Es waren nämlich nicht nur Protestwähler, die der NPD erneut über die 5 %-Hürde halfen. Auch wenn die NPD 3,6 %-Punkte verloren, sollte man nicht vergessen, daß die rechtsradikale Wählerpotential in Deutschland bei 10-15 % liegt. Darin unterscheidet sich Deutschland jedoch in keinster Weise von anderen europäischen Ländern. Auch auf die Frage, ob sie vorstellen könnten, die NPD zu wählen, antworteten 8 % der Sachsen mit "Ja!".

Warum ist hat die CDU nur minimal Stimmen verloren?

Die Sachsen haben einen Ministerpräsidenten, der sich großer Beliebtheit erfreut. 73 % sind mit Tillichs Arbeit zufrieden. Dazu kommt, daß 58 % mit der Regierungsarbeit insgesamt zufrieden sind. Dazu darf man nicht vergessen, daß die Mehrheit der Sachsen die Kompetenz für Wirtschaft (58 %) und Arbeit (40 %) bei der CDU liegt. Und für 65 % der Sachsen ist die Arbeitslosigkeit das größte Problem.

Welche Themen waren für die Sachsen wahlentscheidend?


War war wahlentscheidend?



Auch wenn die Sachsen mehrheitlich mit Tillichs Arbeit zufrieden sind, war wahlentscheidend am Ende doch das Programm. Ideen und Konzepte sind offentlich immer noch wichtiger als Köpfe.

Fazit:
Das die CDU in Sachsen stärkste Kraft und Tillich im Amt bleibt ist keine Überraschung. Das Tillich die Koalition mit der SPD lösen, und statt dessen mit der FDP koalieren will, hat er schon vor der Wahl angekündigt. Sofern war die Wahl in Sachsen wenig überraschend. Dennoch hat die CDU leichte Verluste hinnehmen müssen.

Die SPD selbst ist in Sachsen nicht wirklich stark verankert. Ihr bestes Ergebnis erzielte die SPD bei der Wahl 1990 mit 19,1 %. Seitdem hatte sie bei jeder Wahl verloren. Umgekehrt hat die PDS (heute Die Linke) in gleichen Maß an Stimmen gewonnen.

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