Befassen wir uns ein letztes Mal vor der Wahl mit Umfragenwerten. Die Zahlen stammen wie gewohnt von infratest-dimap. Die Ergebnisse stammen vom 3. September.
Zuerst die Sonntagsfrage:

Viel hat sich seit der letzten Umfrage nicht verändert. Bei Union, SPD und Grünen gab es keine Änderungen. Die FDP hat einen Prozentpunkt verloren, die Linke einen gewonnen. Schwarz/Gelb kommt daher im Moment auf 49 %, Rot/Rot/Grün auf 46 %. Zu bedenken sind nach wie vor die Besonderheiten des alten Wahlrecht, nach die Wahl am 27. September noch abgehalten wird. Uberhangmandate können die Sitzverhältnisse im entscheidend beeinflussen. Je mehr Überhangmandate die Union erhält, desto sicherer ist eine Schwarz/Gelbe Mehrheit.
Kommen wir zur Kanzlerfrage:

In dieser Frage gab es tatsächlich Bewegung. Seit der letzten Umfrage konnte Steinmeier 5 % zulegen, Merkel hat im Gegenzug 5 % verloren. Der Abstand ist damit wieder auf 29 % geschrumpft. Aber er ist dennoch weit entfernt von der Kanzlerfrage vom März 2009. Damals kam Merkel nur auf 48 % und Steinmeier auf 34 %.
Schlüsselt man das ganze nach Parteizugehörigkeit auf, hat sich allerdings nicht wirklich etwas verändert. Noch immer würden sich 42 % der Grünen-Anhänger für Merkel entscheiden, für Steinmeier hingegen nur 39 %.
Warum profitiert die Union nicht von der Schwäche der SPD?

Die Union hat ein Wahlprogramm vorgelegt, daß kaum konkret ist. Auf der einen Seite ermöglicht es ihr, nach allen Seiten hin für eine Koalition offen zu sein. Auf der anderen Seite jedoch, weiß man nicht, was sie nach der Wahl nun wirklich tun will. Und Aussagen der Kanzlerin, es gäbe Steuersenkungen nach der Wahl glauben ihr über 70 % der Wähler nicht. Die Hälfte der Wähler betrachtet diese Unbestimmtheit, diese Schwammigkeit der Union als ein großes Problem.
Es dieses Mal auch folgende Frage gestellt:

Die Frage wurde gestellt, ohne auf eine Koalition einzugehen. Sie ist daher simpel und das Ergebnis ist auch wenig überraschend. Das die Anhänger einer Partei zu 90-100 % der Meinung sind, die eigene Partei soll an der nächsten Regierung beteiligt sind, ist normal und somit nicht überraschend. Auch das Ergebnis der Unions-Anhänger überrascht nicht, daß die FDP erklärter Wunschpartner ist. Daher überrascht es auch niemanden, daß rund zwei Drittel auf der Linken Seite dies ablehnen. Interessant kann daher nur die erste Spalte "Gesamt" sein. 53 % sind ein deutliches Ergebnis. Aber wie gesagt, es nur nach einer Regierungsbeteiligung gefragt, nicht nach einer Koalition.
Nach den Landtagswahlen ist ein Bündnis mit der Linkspartei im Saarland und in Thüringen möglich geworden. Doch wie sieht es im Bund aus? Dazu folgende Frage:

In der Gesamtheit sind 56 % noch immer der Meinung, die SPD solle ein Bündnis mit der Linken ausschließen, aber 39 %, also mehr als ein Drittel sprechen sich mittlerweile dafür aus, eine Koalition mit der Linken zumindest zu prüfen. Die Ergebnisse der Anhänger von Union, FDP und Linker überraschen nicht. Sie liegen liegen einfach in der Natur der Sache. Interessanter sind schon die Ergebnisse von SPD und Grünen. Zwar sagen, 54 % der SPD noch immer, man solle eine Koalition mit der Linken ausschließen, aber bereits 43 % sind der Meinung, man solle sie zumindest prüfen. Bei den Grünen-Anhängern sieht es am interessantesten aus. 52 % sind der Meinung, man solle eine Koalition mit der Linken prüfen. Auch wenn der Vorsprung mit 4 % sind so hoch ist, ist er dennoch gegeben.
Für die SPD ergibt sich nach den Landtagswahlen dennoch ein Problem. Da in Thüringen und im Saarland Bündnisse mit der Linken möglich sind, glauben 49 % der Befragten den permanten Beteuerungen der SPD-Spitze nicht, nach der Wahl nicht mit der Linken koalieren zu wollen.
Es wurde diesesmal auch nach dem Wahlverhalten gefragt. Dabei stellte sich heraus, daß es unter den Wähler viele Taktierer gibt.

Unter den FDP-Wählern ist dieses Verhalten am stärksten ausgeprägt.

Es bleibt aber dennoch die Frage, weshalb die SPD als einzige der Partei ihre Ergebnisse seit der letzten Bundestagswahl nicht verbessern konnte, sie sogar die einzige Partei ist, die weit hinter ihrem damaligen Ergebnis zurückliegt.
Für 33 % Prozent der Befragten ist die SPD nach wie vor die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Für die Union stimmen in dieser Frage nur 22 %. Dennoch hat die SPD ein Problem in sozialen Fragen.

Dabei stellt sich die Frage, weshalb die Union nicht davon profitieren. Sie stagniert seit Monaten bei 35/36%. So wie die SPD, hat auch die Union ein Problem mit sozialen Fragen.

Beide Parteien haben im sozialen Bereich große Probleme. Lediglich die Gewichtung der Themen unterscheidet sich. Der SPD werden ganz konkrete Dinge angekreidet, wie Rente mit 67. Die Vorwürfe an die Union sind dahingehend etwas diffuser und hängen vor allem von Erfahrungswerten ab. Dennoch läßt sich bestreiten, daß die Union ebenso an der sozialen Flanke zu kämpfen hat, wie die SPD.
Fazit:
Die Septemberwerte liefern nur wenig neues. Die Ergebnisse der Parteien haben sich kaum verändert. Der Abstand zwischen Merkel und Steinmeier ist in der Kanzlerfrage geschrumpft. Allerdings war der auch schon einmal kleiner.
Daß 49 % der Befragten nicht glauben, daß sie bei ihrem Wort bleibt, und ein Bündnis mit der Linken ausschließt, ist auch nicht wirklich überraschend. Immerhin glaubt die Mehrheit der Bürger Parteien, Politikern und ihren Aussagen nicht.
Die beiden interessantesten Ergebnisse lieferten die Fragen nach dem Wahlverhalten. 51 % der Prozent der Wählen, wählen aus rein taktischen Motiven. Sie wollen lediglich eine bestimmte Koalition ermöglichen oder verhindern.
Es wurden auch zum ersten Mal nach Ursachen für die Schwäche der SPD gefragt, und weshalb die Union davon nicht profitieren kann. Beide Parteien haben im sozialen Bereich große Probleme. Zwar halten noch immer 33 % die SPD für die Partei der sozialen Gerechtigkeit, aber dieses Image hat in den letzten Jahren stark gelitten. Die Union wird nicht als sozial empfunden.

Zuerst die Sonntagsfrage:
Viel hat sich seit der letzten Umfrage nicht verändert. Bei Union, SPD und Grünen gab es keine Änderungen. Die FDP hat einen Prozentpunkt verloren, die Linke einen gewonnen. Schwarz/Gelb kommt daher im Moment auf 49 %, Rot/Rot/Grün auf 46 %. Zu bedenken sind nach wie vor die Besonderheiten des alten Wahlrecht, nach die Wahl am 27. September noch abgehalten wird. Uberhangmandate können die Sitzverhältnisse im entscheidend beeinflussen. Je mehr Überhangmandate die Union erhält, desto sicherer ist eine Schwarz/Gelbe Mehrheit.
Kommen wir zur Kanzlerfrage:
In dieser Frage gab es tatsächlich Bewegung. Seit der letzten Umfrage konnte Steinmeier 5 % zulegen, Merkel hat im Gegenzug 5 % verloren. Der Abstand ist damit wieder auf 29 % geschrumpft. Aber er ist dennoch weit entfernt von der Kanzlerfrage vom März 2009. Damals kam Merkel nur auf 48 % und Steinmeier auf 34 %.
Schlüsselt man das ganze nach Parteizugehörigkeit auf, hat sich allerdings nicht wirklich etwas verändert. Noch immer würden sich 42 % der Grünen-Anhänger für Merkel entscheiden, für Steinmeier hingegen nur 39 %.
Warum profitiert die Union nicht von der Schwäche der SPD?
Die Union hat ein Wahlprogramm vorgelegt, daß kaum konkret ist. Auf der einen Seite ermöglicht es ihr, nach allen Seiten hin für eine Koalition offen zu sein. Auf der anderen Seite jedoch, weiß man nicht, was sie nach der Wahl nun wirklich tun will. Und Aussagen der Kanzlerin, es gäbe Steuersenkungen nach der Wahl glauben ihr über 70 % der Wähler nicht. Die Hälfte der Wähler betrachtet diese Unbestimmtheit, diese Schwammigkeit der Union als ein großes Problem.
Es dieses Mal auch folgende Frage gestellt:
Die Frage wurde gestellt, ohne auf eine Koalition einzugehen. Sie ist daher simpel und das Ergebnis ist auch wenig überraschend. Das die Anhänger einer Partei zu 90-100 % der Meinung sind, die eigene Partei soll an der nächsten Regierung beteiligt sind, ist normal und somit nicht überraschend. Auch das Ergebnis der Unions-Anhänger überrascht nicht, daß die FDP erklärter Wunschpartner ist. Daher überrascht es auch niemanden, daß rund zwei Drittel auf der Linken Seite dies ablehnen. Interessant kann daher nur die erste Spalte "Gesamt" sein. 53 % sind ein deutliches Ergebnis. Aber wie gesagt, es nur nach einer Regierungsbeteiligung gefragt, nicht nach einer Koalition.
Nach den Landtagswahlen ist ein Bündnis mit der Linkspartei im Saarland und in Thüringen möglich geworden. Doch wie sieht es im Bund aus? Dazu folgende Frage:
In der Gesamtheit sind 56 % noch immer der Meinung, die SPD solle ein Bündnis mit der Linken ausschließen, aber 39 %, also mehr als ein Drittel sprechen sich mittlerweile dafür aus, eine Koalition mit der Linken zumindest zu prüfen. Die Ergebnisse der Anhänger von Union, FDP und Linker überraschen nicht. Sie liegen liegen einfach in der Natur der Sache. Interessanter sind schon die Ergebnisse von SPD und Grünen. Zwar sagen, 54 % der SPD noch immer, man solle eine Koalition mit der Linken ausschließen, aber bereits 43 % sind der Meinung, man solle sie zumindest prüfen. Bei den Grünen-Anhängern sieht es am interessantesten aus. 52 % sind der Meinung, man solle eine Koalition mit der Linken prüfen. Auch wenn der Vorsprung mit 4 % sind so hoch ist, ist er dennoch gegeben.
Für die SPD ergibt sich nach den Landtagswahlen dennoch ein Problem. Da in Thüringen und im Saarland Bündnisse mit der Linken möglich sind, glauben 49 % der Befragten den permanten Beteuerungen der SPD-Spitze nicht, nach der Wahl nicht mit der Linken koalieren zu wollen.
Es wurde diesesmal auch nach dem Wahlverhalten gefragt. Dabei stellte sich heraus, daß es unter den Wähler viele Taktierer gibt.
Unter den FDP-Wählern ist dieses Verhalten am stärksten ausgeprägt.
Es bleibt aber dennoch die Frage, weshalb die SPD als einzige der Partei ihre Ergebnisse seit der letzten Bundestagswahl nicht verbessern konnte, sie sogar die einzige Partei ist, die weit hinter ihrem damaligen Ergebnis zurückliegt.
Für 33 % Prozent der Befragten ist die SPD nach wie vor die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Für die Union stimmen in dieser Frage nur 22 %. Dennoch hat die SPD ein Problem in sozialen Fragen.
Dabei stellt sich die Frage, weshalb die Union nicht davon profitieren. Sie stagniert seit Monaten bei 35/36%. So wie die SPD, hat auch die Union ein Problem mit sozialen Fragen.
Beide Parteien haben im sozialen Bereich große Probleme. Lediglich die Gewichtung der Themen unterscheidet sich. Der SPD werden ganz konkrete Dinge angekreidet, wie Rente mit 67. Die Vorwürfe an die Union sind dahingehend etwas diffuser und hängen vor allem von Erfahrungswerten ab. Dennoch läßt sich bestreiten, daß die Union ebenso an der sozialen Flanke zu kämpfen hat, wie die SPD.
Fazit:
Die Septemberwerte liefern nur wenig neues. Die Ergebnisse der Parteien haben sich kaum verändert. Der Abstand zwischen Merkel und Steinmeier ist in der Kanzlerfrage geschrumpft. Allerdings war der auch schon einmal kleiner.
Daß 49 % der Befragten nicht glauben, daß sie bei ihrem Wort bleibt, und ein Bündnis mit der Linken ausschließt, ist auch nicht wirklich überraschend. Immerhin glaubt die Mehrheit der Bürger Parteien, Politikern und ihren Aussagen nicht.
Die beiden interessantesten Ergebnisse lieferten die Fragen nach dem Wahlverhalten. 51 % der Prozent der Wählen, wählen aus rein taktischen Motiven. Sie wollen lediglich eine bestimmte Koalition ermöglichen oder verhindern.
Es wurden auch zum ersten Mal nach Ursachen für die Schwäche der SPD gefragt, und weshalb die Union davon nicht profitieren kann. Beide Parteien haben im sozialen Bereich große Probleme. Zwar halten noch immer 33 % die SPD für die Partei der sozialen Gerechtigkeit, aber dieses Image hat in den letzten Jahren stark gelitten. Die Union wird nicht als sozial empfunden.

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